Holzzaun selber bauen

holzaun-selber-bauenJe sesshafter der Mensch wurde, desto eher hatte er das Bedürfnis, seinem Territorium feste Grenzen zu geben. Zäune aus Weidengeflecht, Holz oder Stein schützten vor Eindringlingen, sicherten Besitzansprüche und begrenzten gleichzeitig den Lebensraum von Haustieren und Kulturpflanzen. Erfahren Sie hier wie man einen man einen Holzzaun selber bauen kann, was man dabei bei der Planung und Aufbau beachten muss.

Der Holzzaun – natürlich schön und voll im Trend

Auch heute ist der Zaun eine Gratwanderung zwischen „Mein“ und „Dein“, schützt vor Fremdem und umschließt, was man liebt. Dies ist jedoch nur ein Aspekt. Der Grundstückseigentümer von heute übernimmt eine aktive Rolle bei der Gestaltung seines Lebensbereichs. Ob er sich mit Maschendraht, Aluminium, Edelstahl, Schmiedeeisen, Kunststoff, Bambus oder einer Holzkonstruktion anfreundet – der Zaun hat eine persönliche Note. Der Holzlattenzaun war einst ein „Allerweltszaun“, der Bauerngarten und Grundstück umschloss, jetzt avanciert er zu einem attraktiven Blickfang und effektiven Sichtschutz gleichzeitig.

Materialplanung für einen Meter Holzzaun

Planen Sie für einen Meter Holzaunbau bitte folgenden Materialbedarf ein:

Montagetipps für eine stabile Konstruktion

Der Holzaun besteht aus Pfosten (stabiles Kantholz, ca. 10 x 10 cm Stärke) und der Lattenkonstruktion (Querriegel und Holzlatten). Die einfachste Möglichkeit zur Befestigung der Pfosten sind Bodeneinschlaghülsen, die im Abstand von maximal 1,5 Metern in den Boden getrieben werden, bis die Metallmanschette bündig mit dem Erdreich ist. Mit Hilfe einer Richtschnur werden die Einschlaghülsen auf der gesamten Strecke verteilt, die Pfosten hineingestellt, gerade ausgerichtet und mit Maschinenschrauben fixiert.

Die Holzlatten werden in festen Abständen mit den Querriegeln verschraubt, jeweils mit zwei Schrauben an der unteren und der oberen Querlatte. Abschließend erfolgt die Befestigung der vormontierten Zaunteile zwischen den Pfosten.

Ob man fertige Teile verwendet oder mit Säge und Schleifpapier selbst Hand anlegt, hängt vom handwerklichen Geschick ab – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Wenn Einschlaghülsen nicht tief genug platziert werden können, ist Betonieren unumgänglich. Dazu wird ein Loch mit ca. 50 cm Durchmesser und 50 cm Tiefe ausgehoben. Ein Betonanker in H-Form, dessen Größe sich nach dem Pfosten richtet, wird im Loch platziert. Damit der Anker nicht verrutscht, fixiert man ihn mit einer Leiste, die quer über der ausgehobenen Vertiefung liegt. Das Loch wird mit Fertigbeton ausgegossen, die Oberfläche mit einer Maurerkelle glattgestrichen. Nach Aushärtung des Betons kann der Pfosten eingesetzt werden.

Holzschutz und Holzpflege

Holzschutz beginnt bereits bei der Auswahl, Form und Montage der Bauelemente. Weder Zaunlatten noch Pfosten dürfen direkte Berührung mit dem Erdreich haben, Montageteile aus Metall müssen rostfrei sein. Außerdem ist wichtig, dass Latten und Pfosten oben nicht mit einer geraden Kante abschließen. Regenwasser muss gut ablaufen können, Staunässe würde das Holz auf Dauer schädigen. Im Handel gibt es aus diesem Grund kunstvoll geschwungene oder geriffelte Varianten ebenso wie zweckmäßig angespitzte oder gerundete Formen. Pfostenkappen aus Edelstahl oder Kupfer sind eine Option.

Entscheidend für die Witterungsbeständigkeit ist die Holzart. Fichtenholz muss kesseldruckimprägniert sein, während Lärche, Eiche, Edelkastanie oder Tropenhölzer wie Douglasie oder Robinie ohne diese Prozedur auskommen. Aus Umweltschutzgründen sollte Tropenholz mit dem FSC-Siegel ausgestattet sein.

Aber ganz gleich, wie witterungsbeständig das Material ist, Holzschutz mit wetterfestem Anstrich ist unumgänglich. Während Lacke nur die Holzoberfläche schützen, dringt eine Holzlasur ins Holz ein und verhindert auch Pilzbefall. Der Anstrich – immer in Richtung der Maserung – sollte alle zwei Jahre erneuert werden.

Der Gartenzaun und das Baurecht

Gartenzäune unterliegen als bauliche Anlagen dem Baurecht. Dieses ist Ländersache, deshalb ist es sinnvoll, vor Errichtung einer Anlage die zuständige Baubehörde zu befragen. Über die Nachbarrechtsgesetze, die ebenfalls auf Länderebene geregelt sind, kann die zuständige Gemeinde Auskunft geben. Für die Kostenklärung gilt bundeseinheitlich: Wer zur Errichtung eines Zaunes verpflichtet ist, trägt die Kosten für Bau und Instandhaltung. Liegt die Einfriedungspflicht bei beiden Nachbarn, werden die Kosten aufgeteilt.

Und weil gute Nachbarschaft wirklich ein hohes Gut ist, sollte sie am Zaun nicht scheitern: Rechtzeitige Absprache mit allen Beteiligten verhindert unnötige Auseinandersetzungen.

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